LevelUp-Review – Bayonetta 2

Three swiss witch-bitches, which wished to be switched swiss witch-bitches, wish to watch swiss Swatch watch switches. Which swiss witch-bitch which wishes to be a switched swiss witch-bitch, wishes to watch which swiss Swatch watch switch?

Ganz ehrlich? Vollkommen egal, was die drei ollen Hexen zur Hölle auch immer machen – Es gibt nur eine Hexe, der ihr hörig zu sein habt. Und diese hört auf den Namen Bayonetta, interessiert sich denkbar wenig für Uhren und bringt nun zum zweiten mal das Gamepad gewaltig zum glühen – Dieses Mal exklusiv auf WiiU!

Bayonetta, wie konnte ich je ohne dich…

Lang müssen die Gesichter derjenigen gewesen sein, die ein Fan des, sich leider unter den Erwartungen verkauften Vorgängers, aus dem Hause Platinum Games waren, als sie hörten, dass die grazile Hexe in der Fortsetzung nicht mehr auf PS360 bzw. PS4 / One versucht, die Welt vor der Unterdrückung eines größenwahnsinnigen Gottes zu retten, sondern exklusiv auf der WiiU ihre endlos langen Beine, bewaffnet mit höllischen Pistolen, dem geneigten Gamer präsentiert. Und das tut sie mit einer Wucht, sodass es einem vor lauter Action nicht nur schwindelig werden kann, sondern auch richtig heiß. Zumindest an den Fingern, denn “Bayonetta 2″ ist in bester Serienmanier ein Button Smasher der allerersten Güte und lässt euch nach gut 10 Stunden Spielzeit mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, und der Erkenntnis, dass Videospiele nicht unbedingt ein realistisches Kriegsszenario, oder eine ausgefeilte, melodramatische Story brauchen, um zu überzeugen zurück. Aber langsam…was macht aus Bayonetta 2 eigentlich das, was es ist? Setzt euch hin, lehnt euch zurück…es gibt da eine Menge zu erzählen!

Das Design der Gegner ist nicht nur imposant, sondern auch teilweise richtig durchgeknallt!

Kick Ass meets Ecstasy meets Domina

Die sexy Hexe, die diesmal mit einem modischen Kurzhaarschnitt, im Gegensatz zur langen Mähne im Vorgänger auftritt, bestreitet auch diesmal einen Kampf, gegen Himmel und Hölle und steht dabei einer schier unüberwindbaren Horde an Engeln und Dämonen gegenüber, die ihr an den hautengen Suit wollen. Aber die Dame ist wie bekannt, nicht wehrlos und weiß sich nicht nur mit den Eingangs erwähnten Pistolen an Füßen und Händen zu wehren, sondern verfügt auch über ein beeindruckendes Repertoire, an diversen Schlägen und Tritten, die richtig getimed zu extrem wirkungsvollen Ketten kombiniert werden können und ein Effektfeuerwerk auf den Bildschirm zaubern, sodass man Angst um seinen Fernseher bekommt. Das Kampfsystem kann nicht nur in den Ladesequenzen zwischen den Level ausgiebig trainiert werden, sondern wird im Laufe des Spieles immer wieder erweitert. Durch das Aufsammeln von Heiligenscheinen, die getötete Gegner hinterlassen, lassen sich im „Höllen-Shop“ immer stärkere und komplexere Kombos und Attacken erwerben. Aber nicht nur neue Techniken können dort erworben werden, sondern auch nützliche Gegenstände, mit dessen Hilfe ihr im Spiel diverse Items „brauen“ könnt, die euch im Kampf gegen die Übermacht helfend unterstützen. So gibt es unter anderem Lutscher, die euch vorübergehend unverwundbar machen, oder eure Lebensenergie je nach Zutat wieder mehr, oder auch weniger auffüllen.

Auch die Körperbewaffnung Bayonettas wird im Laufe des Spieles erweitert. Und auch wenn ihr Körper schon alleine eine Waffe darstellt, sind hiermit wieder die Pistolen gemeint, die sich später durch Schwerter, oder Peitschen (Um das Immersion einer Domina zu perfektionieren) austauschen, oder miteinander kombinieren lassen. Per Knopfdruck wechselt ihr zwischen zwei Ausrüstungen und seit mit ein wenig Geschick immer optimal auf die kommenden Gegnerwellen eingestellt.

Im Eifer des Gefechts, in dem es auch mal so hektisch zugeht, dass der Überblick, über Oben und Unten schwindet, und ihr vor lauter Effektgewitter auch eure Hexe aus dem Auge verliert, müsst ihr euch nicht unbedingt auf euer Geschick und die richte Kombination verlassen. Das Hämmern auf die Knöpfe hilft euch, gerade in scheinbar ausweglosen Situation, gut weiter – Und lässt euch ernsthaft darüber nachdenken, wie lange dass euer Gamepad noch mitmacht…

Aber dies ist in keiner Weise negativ gemeint, denn vom Anfang bis zum Ende befindet ihr euch in einer so rasanten und epochalen Schlacht wieder, dass ihr unmöglich immer den Überblick und einen kühlen Kopf behalten könnt und manchmal einfach nur dankbar seid, irgendwie heil aus diesem Massaker herausgekommen zu sein. Für absolute Masochisten ist dies natürlich keine Option, denn diese wollen für jeden Gegner den perfekten Angriff in Petto haben und durch geschickten Einsatz der „Hexenzeit“, eine Ausweichbewegung in letzter Sekunde, die eine Verlangsamung der Zeit auslöst, den Gegner überlegt in Grund und Boden stampfen. Eine besonders effektive Vorgehensweise belohnt das Spiel am Ende eines Levels, oder bei einen, der kaum zählbaren Zwischengegner, mit einer Pure Platinum Medaille – Diese stellt die absolute Adelung des Spielers dar und macht sich im virtuellen Regal neben der Platin, Gold, Silber, Bronze und Steinmedaille am besten.

Unterwegs trefft ihr auf Charaktere, die euch manchmal auch helfend zur Seite stehen.

Groß, Größer, am Größten…und herrlich unkorrekt!

Sowieso verfügt Bayonetta 2 wohl über die gewaltigste Ansammlung von Bossen, die je in einem Videospiel gemessen wurde. An jeder Ecke, hinter jeder Tür, im dunklen Keller, wie auch hoch über den Wolken werdet ihr mit einer Fülle, von mitunter haushohen Kreaturen konfrontiert, sodass ihr bereits nach kurzer Spielzeit über eine Kieferstarre ,aufgrund der ständig heruntergeklappten Kinnlade klagen werdet. Das ist nicht nur unheimlich beeindruckend, dass ist ein Erlebnis, an das ihr euch noch lange nach Beendigung des Spieles erinnern werdet. Und das Beste: Das Geschehen bleibt dabei stets flüssig und die nicht überragende, aber sehr stimmige Grafik tut ihr Übriges – Wie auch der Sound, der das Kampfgeschehen wuchtig kommentiert und dessen Musik mit einem Mix aus Klassik und modernen, schnellen Beats gefällt.

Wahrlich eine Wohltat ist auch die Hexe selbst. Gerade in Zeiten des unsäglichen Gamergate und der oft viel zu kontrovers und in meinen Augen auch scheinheilig geführten Debatte um die Rolle der Frau in Videospielen, pfeifen die Macher auf jegliche Correctness und kreieren mit Bayonetta eine Femme Fatal par excellence, die ihrer Reize nicht nur überaus bewusst ist, sondern diese auch schamlos einsetzt. Oft fährt die Kamera besonders zielstrebig über die unübersehbaren Körpermerkmale der Dame, etwa wenn sie in einem Sattel sitzend auf und ab hüpft, oder mit gespreizten Beinen einem Angriff ausweicht. Das passt ganz einfach so wunderbar in dieses groteske Universum, sodass sich jede Aufregung einfach verbietet. Dieses Spiel ist ein Game-Porno, ohne wenn und aber. Das fängt nicht nur bei Bayonetta an, sondern zieht sich über das ganze Spieldesign, bis hin zur abgedrehten Story.

Solltet ihr den Vorgänger nicht kennen, stellt dies kein großes Problem dar. Die erzählte Story, die etwas wirr und oftmals von diesem typischen, japanischen Humor geprägt ist, der immer auf einem schmalen Grad zwischen ganz lustig und peinlich berührt spaziert, ist nur Beiwerk und hätte bei der nächsten Verleihung der goldenen Himbeere beste Chancen groß abzuräumen. Aber dies ist nicht weiter tragisch, denn dieses, in Adrenalin getränkte Epos braucht keine Geschichte, um euch in seinen Bann zu ziehen. So ist es jedoch zumindest etwas schade, dass die Zwischensequenzen rar gesät sind und ihr euch die Story (oder eine kleine Verschnaufpause) oftmals nur in synchronisierten Standbildern anschauen dürft. Seit ihr dennoch leidensfähig und wollt versuchen, die Story zu verstehen, greift zum Vorgänger und erfreut euch anschließend an wiederkehrenden Charakteren und einem gewissen Grundwissen, welches die Story zwar nicht nachvollziehbarer aber etwas verständlicher macht.

Die hier gezeigte "First Print" ist auf 15.300 Exemplare limitiert und enthält auch den bisher auf WiiU unveröffentlichten Vorgänger.

One Night Stand?

Nachdem ihr das Spiel beendet habt, ist noch lange nicht Schluss. Entweder macht ihr euch nochmals auf die Suche, nach den zahlreich im Spiel versteckten Portalen, die euch nach „Muspelheim“ führen und in denen ihr euch verschiedenen Aufgaben wie etwa „Töte die Gegner im Zeitlimit“, oder „Überstehe den Kampf ohne getroffen zu werden“ stellt, um eure Medaillensammlung zu komplettieren, oder versucht euch im Multiplayer. Oder aber, ihr startet das Spiel im höchsten Schwierigkeitsgrad und lernt wahrhaftig kennen, was das Wort „Höllenqual“ bedeuten kann…Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad, dem 2.Climax, ist Bayonetta übrigens sehr fordernd, aber nie unfair.

Fazit und Wertung

Der Vorgänger ist an mir, wie bei vielen anderen auch, leider vorbeigegangen. Das dies ein riesiger Fehler war, beweist Bayonetta 2 in jeder Minute. Noch nie durfte ich ein Spiel genießen, das so auf, mittlerweile etablierte Standards pfeift und mich von der ersten, bis zur letzten Minute, aufgrund seines mitreißenden, übertriebenen, unfassbar schnellen und abgedrehten Gameplays überzeugt. Nicht nur das perfekte Kampfsystem, mit seinen unzähligen und aufrüstbaren Kombos und das geniale Design der Gegner lässt mich vor lauter Freude, wie ein kleiner Junge an Weihnachten aufgeregt auf der Couch hin und her hüpfen. Auch die namensgebende Hexe ist ein Charakter, wie es ihn nur noch selten gibt. Sexy, lässig und so sympathisch – Abseits jeder Norm und jedem Anstandes. Ich bete förmlich, dass Teil 2 erfolgreicher wird als der Vorgänger und die Jungs von Platinum uns eines Tages einen Nachfolger schenken werden. Auf welchem System auch immer – Shut up and take my Money!

Wertung: 90%

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