LevelUp-Review: Homefront: The Revolution

Der Widerstand hält Einzug in unserem Testlabor, denn Homefront: The Revolution stellt sich unserem LevelUp-Review. Der erste Teil war ein gradliniger Shooter, der ein Amerika zeigte, welches von nordkoreanischen Besatzern eingenommen wurde. Dazu gab es einen an Battlefield angelehnten Multiplayer-Modus. Homefront: The Revolution ist ein Open World-Shooter mit gleicher Thematik wie der Vorgänger. Der Multiplayer-Modus wurde gestrichen und dafür gibt es einen kooperativen Modus für 4-Spieler, bei dem man kleinere Missionen erledigen muss. Also eine komplette Neuausrichtung der Marke. Ob das geklappt hat, sagen wir euch jetzt.

 

Die Geschichte des ersten Teils dient in Homefront: The Revolution als Hintergrund, auch wenn kaum auf die Geschehnisse von damals eingegangen wird. Auch der Einmarsch der Nordkoreaner wird kaum thematisiert. Eigentlich erfährt man nur, dass die U.S.A. sehr viele technische Produkte und Waffen aus Nordkorea gekauft haben und ihre Schulden irgendwann nicht mehr bezahlen konnten. Das fanden die Schuldner aus Asien überhaupt nicht schön. Aber da es sich um Technikfüchse handelt, haben sie eine Hintertür in ihre Geräte eingebaut, mit der sie alle Geräte und Waffen unbrauchbar machen konnten. OKAY, an dieser Stelle kurz mal Pause. Man versucht mir wirklich zu erklären, dass es in allen Geräten eine Funktion gibt, um sie unbrauchbar zu machen? Und niemand hat das bemerkt? Wir leben in einer Zeit, in der ich mir bei Youtube angucken kann, wie jemand Kühlschränke auseinander baut und die technischen Spezifikationen untersucht, aber bei Handys und Tablets ist das nicht passiert? Und wo ist eigentlich der Rest der Welt? Denen ist das anscheinend egal, Hauptsache es gibt weiterhin günstig Technik zu kaufen. Die Geschichte könnte hanebüchener nicht sein. Hier hätte ich mir viel mehr Kreativität gewünscht. Aber nun sind die U.S.A. besetzt und wir schauen mal, wie sich das spielerisch auswirkt.

 

Was tut man, wenn man eine offene Spielwelt hat und diese mit Aufgaben füllen will? Richtig, man kopiert die Ubisoft-Formel. Auch in Homefront: The Revolution muss man Außenposten einnehmen, Sammelkram finden und Bereiche einnehmen. Dazu folgt man den Story-Missionen und versucht, dem Widerstand bei der Bekämpfung der Besatzer zu helfen. Das macht im gewissen Maße Spaß, aber einige Dinge trüben den Spielspaß. So sind alle Charaktere die man trifft absolut austauschbar. Der knallharte Revolutionsführer, die kampflustige Kriegerin, der mürrische Waffenmeister und der besorgte Arzt, um nur ein paar zu nennen. Mir wird keiner dieser Charaktere im Gedächtnis bleiben. Schade, denn das Setting würde eigentlich so viel Raum für mehr bieten. Auch die Story an sich ist vorhersehbar. Wirklich überrascht wird man im Verlauf der Handlung nicht. Das Potential wird zu keiner Zeit wirklich ausgenutzt. Eventuell hat man sich hier mit dem Open World-Ansatz übernommen. In schlauchigen Levels lässt sich eine straffe Geschichte im Regelfall besser inszenieren, da man mehr skripten kann. In meinen Augen wäre das bei dem Setting besser gewesen.

 

Auch rein auf das Spielerische bezogen bietet Homefront: The Revolution einigen Schatten, aber auch ein paar gute Ideen. Die Gefechte funktionieren ganz gut. Man muss sich aber erst mal daran gewöhnen, dass man nur sehr wenige Treffer einstecken kann. Dadurch hat Homefront: The Revolution einen hohen Schwierigkeitsgrad. Zur Heilung benötigt man Heilspritzen und wenn man keine mehr hat, kommt der Bildschirmtod schneller als man möchte. Ein Grund mehr sich auf das Schleichen zu verlassen, was ganz gut funktioniert. Aber manchmal wird man viel zu schnell von den gegnerischen Einheiten entdeckt. Eine sehr gute Idee ist das Waffenmenü. Man kann per Tastendruck seine Waffe modifizieren. Hier kann man die Pistole in eine MP umwandeln, Aufsätze anbringen und die Waffe jederzeit an die Bedürfnisse anpassen. Und das alles direkt im Spiel, ohne in ein langweiliges Pausemenü wechseln zu müssen. Leider nicht so gut klappt das horizontale Gameplay. An vielen Stellen muss man klettern, was durch die bockige Steuerung oftmals nicht so gut klappt. Mal wird der Sprung nicht im richtigen Moment ausgeführt, mal weigert sich der Hauptcharakter zu klettern. Das kann schnell frusten. Hier wäre ein Patch wünschenswert. Die Spielwelt ist dafür aber ganz gut gelungen. Je mehr man die Bezirke von den Besatzern befreit, desto mehr zeigen die Bürger Gegenwehr. Dadurch fühlt es sich so an, als würden die eigenen Aktionen etwas bringen. Sehr schön!  Den eigenen Charakter verbessert man, in dem man neue Ausrüstung kauft. Geld bekommt man durch Aufträge und durch Schrott, den man sammeln und verkaufen kann. Das wirkt wie bei Far Cry, aber die Ubisoft-Formel habe ich ja schon angesprochen. Der Koop-Modus ist ein netter Zeitvertreib, mehr als ein paar Runden wird man aber wohl nicht investieren. Man kann hier als Zweier- bis Viererteam Missionen angehen. So gilt es zum Beispiel Transporte zu überfallen. In den Missionen verdient man Geld, das man in neue Ausrüstung investieren kann. Nett, aber auch nicht mehr.

 

Technisch gesehen ist Homefront: The Revolution höchstens Durchschnitt. In der von uns getesteten Xbox One-Version gab es auch einige Probleme. Die Texturen und Animationen sind okay, aber eine Augenweide ist das Spiel nicht. Leider kommt es immer wieder zu Framerate-Einbrüchen. In den Momenten, in denen gespeichert wird, bleibt das Bild sogar für ein paar Sekunden komplett eingefroren. Auch die K.I. funktioniert nicht immer so, wie sie soll. Das Spielfiguren sich in eine Tür stellen durch die ich durch muss, ist mehr als einmal passiert. Und auch die Gegner hatten manchmal keine Lust mich zu bekämpfen und sind einfach weggegangen. Besonders ärgerlich war es allerdings, als Gegner direkt an der Stelle gespawned sind, an der ich mich gerade befunden habe. Diese technischen Unzulänglichkeiten dämpfen den Spielspaß und wären vermeidbar gewesen. Berichten zufolge soll die PC-Version hier etwas besser laufen als die Konsolen-Variante. Die Publisher-Wechsel scheinen dem Spiel in der Beziehung nicht gut getan zu haben. Angefangen bei THQ, über Crytek bis zu Koch Media hat das Spiel eine bewegte Reise hinter sich. Für das Team hinter dem Spiel sicher ein schwieriger Werdegang. Leider erfüllt Homefront: The Revolution die hochgesteckten Erwartungen nicht. Ich kann hier nur von verschenktem Potential sprechen. Trotzdem hoffe ich, dass es nicht das Ende der Homefront-Reihe bedeutet, denn hier kann noch einiges entstehen. Die Möglichkeiten sind gegeben. The Revolution ist trotzdem kein schlechtes Spiel. Fans von Shootern werden ihren Spaß haben und wem der Vorgänger gefallen hat, dem wird auch der zweite Teil Spaß machen.

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