LevelUp-Review – Pro Evolution Soccer 2015 (PES 2015)

Endlich ist es soweit! Der Anpfiff zur Halbzeit Nummer 2 kann beginnen – Denn mit “PES 2015″ betritt nun der zweite, große Spieler den Rasen, welcher für viele, viele Fans die Welt bedeutet! Wie wird sich Konamis neuester Kick, nach dem viel gescholtenen Vorgänger, gegen den aktuellen Primus FIFA 15 schlagen? Kontersieg für EAs routinierten Kick, oder Außenseitersieg, für Konamis filigrane Simulation? Der Test wird es verraten – Möge der Ball rollen!

 

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Fantasie & Wirklichkeit

 

Eines sollte jedem Kenner der Serie klar sein – Im Gegensatz zum Lizenzmonster “FIFA”, werden Fans vieler Clubs in die Röhre schauen. Neben dem FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen und dem FC Schalke 04 (*hust*), stehen als Beispiel nur 3 Deutsche Clubs mit Emblem und korrekten Spielernamen zur Verfügung. Das ist natürlich schade, schreckt langjährige Fans, der Serie aber keineswegs ab. Wer allerdings nicht auf originalgetreue Namen und Embleme verzichten kann und meint, nur mit Lizenzen kann aus einem guten Fußballspiel ein richtig gutes Fußballspiel werden, kann an dieser Stelle getrost aufhören zu lesen. Oder aber er wendet sich den Nationalmannschaften zu, die wiederum in der Vielzahl mit Originalnamen und Trikots auflaufen. Die Nationalmannschaft aus Holland tritt in PES sogar exklusiv an – Das Fehlen ist mir bei FIFA gar nicht aufgefallen… Um den ganzen Lizenzirrsinn perfekt zu machen, sei noch gesagt: Während der Konkurrent anstatt in der Euro und Championsleague im Champions bzw. Europacup auf Pokaljagd geht, hat PES hier die Lizenzen und somit korrekten Namen erwerben können. Ob diese Geschacher um Exklusivitäten im Sinne der Fans sind, darf bezweifelt werden.

 

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Spielmacher & Schirischelte

 

Aber genug der trockenen Theorie…Wie schlägt sich der Titel auf dem Platz? Von der ersten Partie an spürt man diese Dynamik auf dem Platz, die dank der direkten und gut umgesetzten Steuerung sofort auf den Spieler übergeht. Ob kurze, präzise Pässe, oder lanke Flanken, ein schnell eingeleiteter Konter,der gefürchtete tödliche Pass, oder agressives Pressing – Alles geht nach kurzer Zeit (Und der Absolvierung des recht gelungenen Trainingsmodus) ungemein flott von der Hand. Transportiert wird dies zudem, durch die überwiegend tollen Animationen der Spieler, die glaubwürdig zum Sprint ansetzen, sich nach einem Foul über den Rasen rollen, oder auch mal in einen Gegenspieler hineinlaufen und sich abstoßen. Damit keine Zweifel aufkommen: FIFA 15 ist ein gutes Spiel, bietet Ähnliches und wurde von uns auch mit einer 80% Wertung entsprechend honoriert, PES aber liefert auf der spielerischen Seite ganz einfach die glaubwürdigere Simulation. Hat man bei FIFA nach einer gewissen Zeit ein Schema F entwickelt, um einen Angriff einzuleiten, fordert PES vom Spieler, auch nach vielen Spielen, ungemein mehr und offenbart, auch nach einigen Partien, noch viele Überraschungsmomente. Hier muss man sich Siege verdienen und immer hellwach bleiben – Ansonsten droht auch mal eine absolut verdiente Niederlage, gegen Panama… Neben der erwähnt tollen, direkten Steuerung verdient auch die Umsetzung, der Standards ein Lob. Selten hatte ich bei einem Fußballspiel so sehr das Gefühl, der totalen Kontrolle. Je nach Talent des ausführenden Spielers (Und natürlich der Person vor dem Bildschirm), schnippelt ihr Freitstöße gekonnt an, navigiert bei einer Ecke den Ball punktgenau auf den Kopfs, des empfangenden Spielers, oder hechtet gekonnt bei einem Elfmeter, in letzter Sekunde, in die vermutete Ecke – Toll! Neben dem, von euch gerade gesteuerten Spieler überlasst ihr auch der guten KI auf Wunsch, nicht mehr Verantwortung als nötig. Mit schnell erlernten Befehlen, schickt ihr eure Mitspieler steil, lasst sie zurückfallen oder, im Falle des gegnerischen Ballbesitzes, mehr oder weniger aggressiv auf den Ball gehen. Leider spielt der Schiedsrichter das schöne Spiel nicht immer mit. Das Wort „kleinkariert“ ist in diesem Fall eine absolute Untertreibung, denn der Schiri lässt kaum eine Situation laufen und verteilt Gelbe Karten, so wie Türsteher des P1 in München Absagen, an nicht geladene Gäste. Schade, denn dies trübt das Spielgeschehen mitunter und erstickt schnelle Konter oftmals schon im Keim.

 

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N´Abend allerseits – Ich glaub, es ruckelt!

 

Im Test von FIFA 15 kritisierte ich die, in meinen Augen, absolut miese Performance, des (un)dynamischen Duos Frank Buschmann und Manni Breuckmann. Mit Wolff-Christoph Fuss und Hansi Küpper sitzen auf Seiten von PES nicht weniger bekannte Kommentatoren vor dem Mikro – Wer jetzt aber gerade bei Letztgenannten Angst hat, während des Spiels mit einer Verlosung, eines kostenlosen Hotelgutscheins, für eine Reise in die Türkei bombardiert zu werden, der darf beruhigt durchatmen. Zwar wird auch hier mit Phrasen nicht gespart und man hört einen Satz auch gerne mal öfters, während einer Partie, so penetrant und repetitiv, wie auf der Gegenseite sind die Beiden aber auf keinen Fall. Lustiger Fakt am Rande: Bei einigen Partien kam es vor, dass Hansi Küpper bis zur Verlängerung nicht zu Hören war und lediglich die Nachspielzeit ansagte. Ob dies ein Bug ist, oder Hansi aus lauter Respekt, vor seinen omnipräsenten Kollegen Fuss schweigt, ist ungeklärt. Auf der technischen Seite präsentiert sich PES 2015 wie ein zweischneidiges Schwert. Gefallen die Spielermodelle, die Dank der verwendeten Fox-Engine, die in einer modifizierten Form auch in “Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes / The Phantom Pain” zum Einsatz kam, durch ihr authentisches Aussehen und geschmeidige Animationen, so stört das selten auftretende Tearing weniger, als das häufige Einbrechen der Framerate nach Standards, oder schnellen Abstößen. Bei dem, von uns getesteten Xbox One Testmuster, mit installierten D1-Patch bricht die Framerate kurzeitig, spürbar immer wieder, bei oben genannten Situationen ein, was in sehr selten Fällen sogar einen Stillstand des Bildes zur Folge hatte. Das ist nicht nur ärgerlich, es kratz auch an dem, ansonsten sehr guten Eindruck, den sich PES auf dem Platz hart erarbeitet.

Fazit & Wertung

 

Sebastian aka Hollewood:

Mit PES 2015 liefert Konami ein gelungenes Produkt ab. Die Steuerung der Akteure ist exzellent und geht nach kurzem Training locker von der Hand, schafft aber das Kunststück, auch nach vielen gespielten Partien, immer noch neue Feinheiten zu offenbaren und dennoch stehts fordernd zu bleiben. Im Gegensatz zu FIFA, dass auf einen schnelleren Spielablauf ausgelegt ist und dessen Spielzüge nach einer gewissen Zeit leicht einstudierbar sind, überzeugt PES hier mit einer deutlich, taktischeren Tiefe und einem runder wirkenden, dynamischeren Spielablauf. Klar – Wer Wert auf eine Fülle, an realen Namen und Wappen legt, der greift zu FIFA und wird dort mit einem ebenfalls guten Fußballspiel sicher glücklich. Ich persönlich aber greife dieses Jahr zu PES und werde freiwillig zum Lizenz-Puristen. Da blicke ich auch über die technischen Defizite, im besonderen erwähnt ist hier die instabile Framerate nach Standards, hinweg und erfreue mich am authentischen Rasenschach aus Japan. Zumindest im diesem Jahr ist PES mein Favorit!

 

Benjamin aka Etzloets:

“ISS” auf dem Super Nintendo war mein Einstieg in die PES-Serie. Ich habe jahrelang nur PES gespielt, bis letztes Jahr mit “PES 2014″ der Boden erreicht war. Das Spiel hat mir keinen Spaß gemacht und sinnlose Bugs haben mich gestört -Wie kann man ein Fußball-Spiel auf den Markt bringen, bei dem Kopfbälle nicht funktionieren? Nachdem ich auf der Gamescon “FIFA 14″, auf der One probespielen konnte, habe ich mich dann für diesen Titel entschieden. Und ich hatte sehr viel Spaß damit. Nun konnte ich PES 2015 anspielen und bin überrascht, wie gut das Spielgefühl geworden ist. Ich fühlte mich gleich zu Hause. Natürlich ist nicht alles perfekt, aber ich glaube, man kann freudig in die Zukunft blicken. Nun hat man 2 Fußballspiele, die viel Spaß machen und damit einhergehend auch die Qual der Wahl. Ich freue mich auf spannende Kopf-an-Kopf-Rennen. Und nun werde ich weiterspielen, denn es gibt noch einige Titel zu gewinnen.

 

Wertung (von Hollewood) : 84%  

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