LevelUp-Review: Until Dawn

Man nehme acht klischeebeladene Jugendliche und lasse sie auf einer verschneiten Berghütte ein Wochenende verbringen. Das klingt nach einer Mordsgaudi. Und genau darauf läuft es im neuen Cinematic-Adventure von Sony, Until Dawn, hinaus. Until Dawn orientiert sich an den beliebten Teenie-Slashern ala Scream, nimmt aber auch andere Horrorfilme als Vorbild, um so ein spannendes Abenteuer zu kreieren. Das Beste ist, ihr könnt nicht nur zugucken, sondern ihr bestimmt den Verlauf der Handlung.

8 Teenies und ein Berg

Wenn man sich die Besetzung von Until Dawn anschaut, bemerkt man schon, dass Sony dem Spiel einen großen Erfolg zutraut. So findet man Schauspieler, wie Hayden Penattiere (Heroes), Peter Stormare (The Big Lebowsky) und Brett Dalton (Marvel´s Agents of S.H.I.E.L.D.) im Cast, die den Figuren ihre Stimmen leihen und alle Bewegungen per Motion Capturing durchführten. Das trägt enorm zur Atmosphäre bei, da das Gefühl des spielbaren Films durch die bekannten Gesichter verstärkt wird. Auch die Grafik trägt dazu bei, dieses Gesamtbild zu verstärken, denn diese ist wirklich sehr gut gelungen, auch wenn Until Dawn ein paar grafische Schwächen hat. So gibt es einige Texturen, die in der Qualität abfallen. Zudem wirken die Zähne an den Charakteren in einigen Einstellungen arg überproportioniert. In seltenen Fällen wirken auch die Animationen unpassend. Wenn mein Charakter durch den Wald schlurft, wie ich, wenn ich morgens ins Badezimmer gehe, dann scheint das nicht beabsichtigt, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Das Spiel ist, technisch gesehen, größtenteils wirklich super umgesetzt. Man erkennt Emotionen in den Gesichtern, die Umgebungen sind schön gestaltet und die Horror-Atmosphäre wird gut transportiert. Hier sollte man aber kein Nightmare on Elm Street erwarten, denn die Atmosphäre geht gewollt eher in die Richtung von Scream und Saw.

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Zur Story von Until Dawn möchte ich eigentlich kein Wort verlieren. Aber so viel sei verraten, der Ausflug auf die Ferienhütte bleibt nicht ohne Blutverlust. Es liegt an euch, welche Charaktere die Nacht überleben, und welche nicht. Dadurch hat Until Dawn auch einen hohen Wiederspielwert. Man hat sogar die Möglichkeit, dass alle acht Charaktere die Nacht überstehen. Zudem ist es interessant zu sehen, was passiert, wenn man sich anders entscheidet, als beim vorherigen Durchgang. Was die Charaktere angeht, bedient man eigentlich jedes Klischee, das man finden konnte. Die gutaussehende Blondine, die leicht nervige gute Freundin, der witzige beste Freund und der beliebte Muskelmann- alles ist vorhanden. Es fehlt allerdings der übergewichtige Typ, der als erstes stirbt, aber die Leute von Sony wissen ja, wie sie mich erreichen können. Trotz aller Klischees schafft es Until Dawn trotzdem, die Charaktere interessant zu gestalten, da man ihnen die richtigen Nuancen verpasst hat, damit sie nicht nerven. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es keine unsymphatischen Figuren gibt, denn die gehören einfach dazu. Ich habe mehr als einmal überlegt, ob ich einen Charakter nicht ins Verderben stürzen soll und mit „überlegt“ meine ich, ich hab es getan.

Du musst diese Taste drücken…..

Spielerisch braucht man keine Angst vor Überanstrengung haben. Man läuft von A nach B, man untersucht herumliegende Sachen und man hat Quick Time Events zu bestehen. Dazu kommen Situationen, in denen man ein Fadenkreuz auf ein Ziel lenken muss, zum Beispiel, wenn man eine Schusswaffe hat. Manchmal muss man sich hier auch zwischen Zielen entscheiden, oder man schießt einfach gar nicht, was manchmal sogar der beste Weg zu sein scheint. Bei den Quick Time Events kann man auch oftmals den Schwierigkeitsgrad auswählen. Hier bieten sich die Wahlmöglichkeiten, ob man einen schnellen oder sicheren Weg nehmen möchte. Bei dem schnellen Weg verkürzt sich dann auch die Zeit, die man zum drücken der eingeblendeten Taste hat. Auch wenn es sich nicht nach vielen spielerischen Komponenten anhört, ist es doch vollkommen ausreichend, um aus Until Dawn einen spielbaren Film zu machen. In den spielbaren Abschnitten
hat man außerdem eine feste Kameraperspektive, die angenehm an die alten Resident Evil-Spiele erinnert. Mit dem linken Stick bewegt man sich und mit dem rechten Stick steuert man die Blickrichtung der Figur, was eine kleine Eingewöhnung erfordert, aber dann gut von der Hand geht.

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Die wichtigste Frage bei Until Dawn ist: Schafft es das Spiel, die Horror-Atmosphäre zu transportieren? Die Antwort ist simpel. Ja, Until Dawn schafft genau das. Es werden alle Register gezogen, die man von den Inspirationsquellen erwartet. Jump-Scares, harte Entscheidungen und eine dichte Atmosphäre sorgen für ein wohlig, grusliges Gefühl beim spielen. Auch das Setting des verschneiten Berges trägt massiv zur Atmosphäre von Until Dawn bei. Ich würde euch empfehlen, dass ihr euch Kopfhörer aufsetzt und das Spiel im dunkeln zockt, dann werdet ihr sicher des öfteren hochschrecken. Until Dawn hat es geschafft, auch mich im Dunkeln tappen zu lassen. Bei vielen Filmen weiß man sofort, wer der Mörder ist. Bei Until Dawn war das wirklich nicht so leicht zu erraten. Ich hatte ständig mehrere in Verdacht, aber mehr werde ich jetzt nicht verraten.

Fazit & Wertung

Benni: „Für mich ist Until Dawn ein richtiger Überraschungshit. Ich habe mit einem ordentlichen Titel gerechnet und bekommen habe ich ein richtiges Top-Spiel. Mit sieben bis acht Stunden Spielzeit, der tollen Atmosphäre und dem hohen Wiederspielwert habe ich alles bekommen, was ich wollte. Dazu kommen Charaktere, mit denen ich mitfühlen kann und eine interessante Geschichte. Natürlich kann man sich kritisch über die eigentliche Spielmechanik äußern, aber für das, was Until Dawn sein will, ist diese in meinen Augen vollkommen ausreichend.  Aber ich bin sowieso ein Fan von Spielen wie Heavy Rain, Beyond: Two Souls und den Telltale-Titeln, weil ich die Art des Geschichten-Erzählens, bei der ich aktiv eingreifen kann, einfach toll finde. Hoffentlich wird Until Dawn auch wirtschaftlich erfolgreich, damit es weitere Teile und im allgemeinen mehr Titel dieser Art geben wird.“

Wertung: 86%

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