LevelUp-Review: WWE 2k16

Letztes Jahr habe ich WWE 2k15 mit 68% bewertet. Bemängelt habe ich unter anderem die angestaubte Engine, den eingeschränkten Create-Modus und die, teils unfaire, KI. Mein Fazit lautete, dass man der Serie unbedingt eine Generalüberholung verpassen müsse. Nun habe ich WWE 2k16 gespielt und das Spiel stellt mich vor eine schwierige Frage: Wie bewerte ich einen Nachfolger, der die Meisten der angesprochenen Schwächen immer noch hat, aber trotzdem viel mehr Spaß macht? Hallo

 

Die Engine wurde immer noch nicht verändert. Es gibt die gleichen, hölzernen Animationen und teils komischen Gesichter wie gefühlt seit 1990. Allerdings hat man an der spielerischen Komponente dieses Jahr einiges verbessert, wodurch ein viel besserer Spielfluss aufkommt. Als erstes fällt das beim Chain-Wrestling am Anfang eines Matches auf. Dieses Jahr kann man dadurch den Gegner in die Ringecke oder die Seile schieben und sobald der Ringrichter dazwischen geht, kann man den Gegner mit einem unfairen Schlag attackieren, wenn man denn unfair agieren möchte. Insgesamt wirkt das Chain-Wrestling sehr viel runder und besser durchdacht.

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Auch der Rest wurde verbessert, wodurch die Kämpfe keine Selbstläufer mehr sind. Sinnvollste Neuerung ist in meinen Augen die Begrenzung der Konter. Man startet mit 3 möglichen Kontern, die sich nach Verbrauch erst langsam wieder auffüllen. Dadurch muss man beim Kontern geschickt planen, wenn man nämlich alle Konter verbraucht hat, dann ist man dem Gegner in WWE 2k16 schutzlos ausgeliefert. So kommt endlich eine gehörige Portion Taktik ins Spiel. Durch die verbesserte KI kann man sich so nie sicher sein, dass man wirklich gewinnt. So macht Wrestling Spaß. Auch wenn die KI verbessert wurde, so ist sie doch nicht perfekt. Denn es gibt es noch KI-Fehler, die mich auch mal aufgeregt haben. Wenn ich zum Beispiel einen aufgeladenen Finisher ausführen will und mein Wrestler wartet, dass der Gegner aufgestanden ist, nur um an ihm vorbeizugreifen, wodurch ich einen Finisher kassiere, dann kann das den Blutdruck schon mal in die Höhe treiben. Und auch bei WWE 2k16 muss ich hier vor allem die Tag Team-Matches nennen, die alleine sehr kompliziert zu gewinnen sind, da der eigene Team-Partner gerne mal seinen Einsatz verschläft. Auch kam es während meiner Testphase sehr selten vor, dass mein Gegner sich in Objekte verkanntet hat und dadurch ausgezählt worden ist. Hier könnte ein Patch noch für eine Verbesserung sorgen.

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Kommen wir zu den Spielmodi. Herzstück ist wieder der Showcase-Modus, der sich in WWE 2k16 auf die Karriere von Stone Cold Steve Austin konzentriert. Von WCW, über ECW bis natürlich WWE spielt man viele Matches aus der illustren Karriere der Rattlesnake. Eingeleitet werden diese immer mit einem schön gemachten Clip, der mit Archiv-Aufnahmen die Zusammenhänge der Kämpfe zusammenfasst. In den Matches kommt es dann darauf an, die Begebenheiten der realen Matches nachzuspielen. Dafür bekommt man Aufgaben, die dann Sequenzen auslösen, in denen man ab und an auch Quick Time-Events bestreiten muss. Einige dieser Aufgaben sind optional, andere sind dagegen zwingend erforderlich, um voranzuschreiten. Sehr gut finde ich, dass man nicht nur die „großen“ Kämpfe, wie gegen The Rock und den Undertaker, nachspielt, sondern es auch eher unbekanntere Matches, wie gegen Mikey Whipwreck, in das Spiel geschafft haben. Für Fans von Steve Austin, der Attitude-Ära und der WWE ist der Showcase-Modus die erste Anlaufstelle. Eine klare Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ist der Karriere-Modus. Folgte man letztes Jahr einfach dem Verlauf und bestand die Interaktion nur aus Twitter-Nachrichten, die man lesen durfte, so geht es dieses Jahr sehr viel interaktiver zu. Man kann sich Gegner für Fehden aussuchen und dann in Matches eingreifen. Natürlich wird man auch selbst attackiert. Wenn man sich mit einem anderen Wrestler verbündet, kann man Jagd auf die Tag Team-Title machen und immer wieder wird man zu Interviews geladen, bei denen man aus vorgefertigten Antwortmöglichkeiten das für einen selbst passende auswählt und so festlegt, ob man ein Face oder ein Heel, also Guter oder Böser, ist. Durch diese Änderungen macht der Karriere-Modus richtig Spaß, auch wenn es immer noch zu Matches kommt, die man gefühlt nicht gewinnen kann. So hat zum Beispiel Tyler Breeze sich von mir nicht pinnen lassen, obwohl er keine Energie mehr auf seinem „Lebensbalken“ hatte. Der dritte große Modus ist der Universe-Modus, bei denen man ein komplettes Jahr mit Wochenshows wie Raw und Smackdown plus Großveranstaltungen spielen und dabei die Fehden selbst bestimmen kann. Dieser Modus bietet viel Spielzeit, aber man sollte viel an den Match-Zusammensetzungen ändern, wenn man es halbwegs realistisch möchte. So hat das Spiel mir anfangs eine Fehde von R-Truth mit Brock Lesnar vorgeschlagen, was in meinen Augen gar nicht passt. Wer sich eine WWE nach seinen Vorstellungen schaffen will, hat im Universe-Modus aber den perfekten Modus für sich gefunden.

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Positiv hervorzuheben ist, dass die Create-Modi wieder ausgebaut worden sind. So hat man bei WWE 2k16 viel mehr Möglichkeiten, um sich einen Wrestler zu erstellen, als beim Vorgänger. Auch der Create-a-Championship-Modus bietet viele Möglichkeiten und man kann sich sogar eine eigene Show mit eigenem Logo erstellen. Auf dem spieleigenen Marktplatz werden viele Sachen angeboten, die man sich herunterladen kann. So finden sich viele selbst erstelle Wrestler, die es nicht ins Hauptspiel geschafft haben, wie zum Beispiel die Dudley Boys, in sehr guter Qualität. Man kann bis zu 20 dieser Charaktere runterladen und so das ohnehin schon große Roster von WWE 2k16 weiter aufstocken. Was das Roster angeht hat 2k alles richtiggemacht. Über 100 Wrestler und Diven haben es ins Spiel geschafft, von aktuellen Wrestlern wie John Cena und Seth Rollins, über Legenden wie Ricky Steamboat, hin zu unbekannteren Wrestlern wie Haku bietet WWE 2k16 viel Auswahl. Erfreulicherweise haben es auch viele NXT-Wrestler wie Finn Balor und Hideo Itami ins Spiel geschafft. Für jeden sollte also etwas dabei sein, auch wenn einige Gesichter nicht unbedingt wie bei den realen Vorlagen aussehen. Brie Bella zum Beispiel grinst immer noch wie der Joker aus The Dark Knight. Auch online kann man viele Stunden investieren. Während des Tests lief das auch größtenteils flüssig, aber ab und an kam es zu kleineren Lags. Durch die bereits erwähnten Einschränkungen bei den Kontern spielt es sich aber auch online sehr viel taktischer und der Konter-Overkill der Vorgänger bleibt aus. Über den Umfang von WWE 2k16 kann ich also nur ein positives Fazit ziehen.

 

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Das größte Roster aller Zeiten

In WWE 2k16 liefern euch die Entwickler von Yukes das umfangreichste Roster, dass es je bei einem WWE-Spiel gab. Über 120 Wrestler, Diven und Legenden stehen zur Auswahl. Von NXT-Stars wie Finn Balor, über aktuelle Stars wie John Cena, bis zu altbekannten Athleten aus der eigenen Kindheit wie den Ultimate Warrior wird einiges geboten. Hier sollte für jeden Wrestling-Fan das passende dabei sein.

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