Detroit: Become Human – Splitscreen-Test #1

Detroit: Become Human

Splitscreen-Test #1

In unserem Ersten Splitscreen-Test stellen wir euch Detroit Become Human vor. Sonys und Quantic Dreams neustes Spiel. Hört selbst, was wir von dem Spiel halten und warum Tester Mike es für ein Meisterwerk hält.

Text von: Mike | Gesprochen von: Mike

Splitscreen-Test ist ein Gaming-Review-Podcast, in dem wir euch Spiel vorstellen und sagen, für wen das Spiel geeignet ist. In wenigen Minuten, versuchen wir euch ein möglichst gutes Bild zu vermitteln. Einmal im Monat diskutieren dann Benni und Mike für euch noch einmal alle Spiele des Monats.

Webseite zum Spiel

Review Detroit: Become Human :

Transcript

Der Kampf ist intensiv. Plötzlich läuft die Prostituierte auf mich zu. Die Waffe, die mein Partner verloren hat liegt vor mir. Ich hebe sie auf und Ziele auf die heranstürmende Frau. Ich sehe ihr an, dass es um alles geht. Sie oder ich und ich habe nur einen Moment Zeit. Ich drücke ab und blaues Blut spritzt in alle Richtungen. Im Ihrem Bauch ein klaffendes funkenstoßendes Loch. Im Gesicht erst der Schreck, dann Angst. Ein einzelner Schuss reicht und der Androide sackt in sich zusammen. Neben mir ertönt ein greller Aufschrei. Mein Freundin. Ich spiele mit ihr zusammen. „Warum hast du das getan?“ ruft sie erschrocken. „Das war nicht nötig! Du hättest sie auch so überwunden.“ Das muss sie mir nicht sagen. Dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe, wusste ich schon, nach dem ich die Angst in den Augen meiner Gegnerin sah. Sie sagten mir, dass sie nicht sterben wollte. Dass sie bereute. Und auch ich bedauerte.

Klar hätte ich nun die Wahl das Kapitel noch einmal zu starten. Etwas, was mich meine Freundin auch gleich fragte. Aber wir hatten im Vorhinein vereinbart, konsequent zu bleiben. Also beließen wir es dabei und für den Rest des Abends behielt ich einen Klos im Hals und das Gefühl etwas schlechtes getan zu haben. Unglaublich was dieses Spiel für Emotionen hervorruft.

Detroit Become Human ist das neuste Spiel von Quantic Dream und Mastermind David Cage. Das Studio hatte zuvor schon die cineastischen Adventures Beyond Two Souls und Heavy Rain für PS3 entwickelt. Und wie auch schon bei den Vorgängern beschränkt sich das Gameplay auf das nötigste. Besonders in den Actionsequenzen muss man oft nicht mehr als einfache QuickTime Events absolvieren. Somit ist Detroit auch eher ein interaktiver Film, als ein klassisches Spiel. Trotzdem steuert man oft die Charaktere selbst und muss vor allem Entscheidungen treffen. Entscheidungen die erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nehmen können. Entscheidungen wie meine, die Androidin zu erschießen.

Androide ist auch das passende Stichwort. Denn in Detroit Become Human geht es genau auf diese. In naher Zukunft sind Androiden unsere täglichen Begleiter und schon lange ein gewohnter Anblick in den Straßen. Androiden selbst wirken zwar in ihrer Erscheinung menschlich, haben als Maschinen jedoch keinen freien Willen und auch ihre Gefühle sind nicht mehr als Simulationen um die Interaktion mit Menschen zu vereinfachen. Aber stimmt das? Haben die Androiden tatsächlich keine Gefühle? Sind die Abweichler, wie abtrünnige Androiden genannt werden tatsächlich nur defekt? In den Rollen der drei gegensätzlichen Androiden Conner, Kara und Marcus müssen wir dieser Frage auf den Grund gehen. Die Story von Detroit ist dabei komplex vielschichtig und gespickt mit vielen Entscheidungen die maßgeblich die Story beeinflussen und über Leben und Tod der Figuren bestimmen.

Das macht es auch sehr lohnenswert, das Spiel mehrmals durchzuspielen. So entdeckt man sogar neue Level. Dass man das aber auch möchte, liegt zu großen Teil an den hervorragend geschriebenen Charakteren. Jeder der Hauptfiguren liegt einem am Herzen und man möchte Ihnen dabei helfen, sie aus der Unterdrückung zu befreien. Aber hier liegt auch, zumindest für mich, einer der wenigen Kritikpunkte. Denn es geht hier nicht um die Deus Ex Machina. Also die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz hin zu einem Bewusstsein. Vielmehr erzählt Detroit die Geschichte der klassischen Sklaverei, wie man sie aus der historischen Sklaverei der Affro Amerikaner her kennt. Auch hier geht es um die Anerkennung und Akzeptanz. Um Emanzipation, Rassismus und Angst. Besonders in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema. Nur leider verkommt damit die Künstlichkeit der Androiden eher zu einen gimmikhaften Element. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen. Denn mir ist bisher kein Spiel bekannt, dass so vielschichtig ist wie Detroit.

Ein wirkliches Problem stellt jedoch die Steuerung da. Diese schafft es einen regelmäßig zu nerven. Die ungenaue und träge Bewegung der Figuren durch die Level wird nur von der noch störrigeren Kamera überboten. Das untergräbt nicht nur regelmäßig die Stimmung, sondern sorgt beim betrachten der oft unbeholfenen Animationen auch für den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher. Davon abgesehen ist die Technik aber makellos. Das Spiel sieht nicht nur fantastisch aus. Die Mühen, die in die Animationen für Mimik und Gestik geflossen sind, machen das Spiel erst zu einem Meisterwerk. Denn weder die herausragend gute Story noch die Entscheidungen sind es, die mich begeistern. Es sind meine eigenen Emotionen. Wie in diesem einem Augenblick, als ich die Angst in den Augen der Prostituierten sah, die ich erschoss. Um die Welle an Schuld die mich darauf hin überkam.

Fazit: Für wen ist das Spiel?

Für alle Fans von guten und erwachsenen Geschichten. Für diejenigen, die auch die Telltal Spiele und Life ist Strange mochten und schon immer einen solchen Titel in Blockbuster Qualität wollten.

Für wen ist das Spiel nichts?

Für alle Gameplay Puristen und Ranked Game Spieler. Wer eine Herausforderung sucht ist hier eher falsch.

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