Fire Emblem: Three Houses – Splitscreen-Test #18

Seit jeher ist die Fire Emblem Serie eines der Aushängeschilde für Rundenstrategie. Der neuste Teil, Three Houses, möchte da natürlich anknüpfen. Ob ihm das gelingt, hat Benni für euch herausgefunden. Hört rein um es zu erfahren!

Text von: Benni | Gesprochen von: Mike

Splitscreen-Test ist ein Gaming-Review-Podcast, in dem wir euch Spiel vorstellen und sagen, für wen das Spiel geeignet ist. In wenigen Minuten, versuchen wir euch ein möglichst gutes Bild zu vermitteln. Einmal im Monat diskutieren dann Benni und Mike für euch noch einmal alle Spiele des Monats.

Mehr zum Spiel: Fire Emblem: Three Houses

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Transcript

Fire Emblem: Three Houses ist für viele ein herausragender Titel, der Wertungen jenseits der 90%-Marke mehr als verdient hat. Für mich ist es dagegen „nur“ ein sehr gutes Spiel. Nur in diesem Zusammenhang ausdrücklich in Ausrufungszeichen. Warum ich dieser Meinung bin, erkläre ich euch in diesem Splitscreen-Review. Ich werde natürlich weitgehend auf Spoiler verzichten, einige Mechaniken im späteren Spiel werde ich allerdings ansprechen, ohne auf die Story einzugehen.

Seit dem 3DS-Teil Awakening hat die Fire Emblem-Reihe ungemein an Popularität gewonnen. Und auch Three Houses wurde seit der Ankündigung von den Fans herbeigesehnt. Zur eigentlichen Story möchte ich weiter nicht allzu viel erzählen, um Spoiler zu vermeiden. Man wird nach dem Intro als Professor an der Militärakademie engagiert und übernimmt die Leitung einer der Klassen. So erlebt man die Geschehnisse der Handlung aus einer von drei Perspektiven, wodurch es einen gewissen Wiederspielwert gibt. Die Faszination der Reihe besteht dabei aus den taktischen Gefechten, in denen Einheiten taktisch klug, in rundenbasierten Kämpfen, über das Schlachtfeld bewegt werden müssen. Dabei müssen stets die individuellen Stärken und Schwächen der einzelnen Charaktere mit berücksichtigt werden. Man hat sich von dem Stein-Schere-Papier-Prinzip in Bezug auf die Waffen verabschiedet. Stärken und Schwächen richten sich nun nach den Charakteren. Dadurch wird mehr Aufmerksamkeit erfordert. In den Haupt- und Nebenmissionen muss man auf Hinterhalte achten und die eigenen Schritte immer drei Züge im Vorfeld planen, wenn man klassisch spielt und das Ableben der eigenen Einheiten unbedingt verhindern möchte. Der Perma-Death ist wieder ein wichtiger Teil des Spiels. Schließlich ist das Feature eines der Aushängeschilder der Serie. Stirbt ein Charakter während einer Schlacht, ist er endgültig verloren. Zumindest so lange man nicht den einfachen Modus wählt, in dem besiegte Charaktere nur für das aktuelle Gefecht ausfallen. 

Beim Thema Perma-Death liegt auch der erste Kritikpunkt, den ich an dem Spiel habe. Und dieser Punkt zieht sich durch die gesamte Reihe. Grundsätzlich ist es super. Zu wissen, dass jederzeit eine Figur sterben könnte, baute eine noch festere Bindung zu ihnen auf. Man hat noch mehr Anreiz, seine Schritte genau zu planen. Und es schmerzt, wenn man seinen mühsam aufgelevelten Tank durch eine Unachtsamkeit verliert. Nur leider teilt das Spiel diesen Schmerz nicht. Man hat eine Gruppe an Charakteren und es bilden sich Freundschaften untereinander. Und dann stirbt eine Figur und es interessiert niemanden! Alle machen einfach so weiter, als wäre nichts gewesen. Der Verlust wird nicht weiter thematisiert. Auch werden teilweise Geschehnisse innerhalb der Story nur achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das ist für mich verschenktes Potential, da Three Houses in Bezug auf die Charaktere wirklich stark ist, aber so seine eigene Story korrumpiert.

Die Geschichte gewinnt keinen Oscar und ist teilweise auch vorhersehbar. Jedoch unterhält sie gut und treibt einen an. Auf dem Schlachtfeld selbst ist Fire Emblem so gut wie eh und je. Zu Beginn wählt man im Spiels eine von drei Fraktionen. Die schwarzen Adler, die blauen Löwen oder die goldenen Hirsche. Jede Partei symbolisiert eine Klasse am Kloster von Garreg March. In dieser Militärakademie findet die Handlung von Three Houses statt. Jede Klasse hat individuelle Charaktere, die zwar leider sehr stereotyp sind, aber trotzdem genug Eigenständigkeit und Tiefe bieten, um eine Bindung zu Ihnen aufzubauen. Ash zum Beispiel will unbedingt ein guter Ritter werden, wird aber auch immer wieder von Zweifeln geplagt. Und Dedue ist einer der wenigen Überlebenden eines Genozids und sein Volk wird verachtet. In den unzähligen Gesprächen erfährt man immer Neues. In der Charakterdarstellung und Entwicklung spielt Three Houses also ganz oben mit.

Mein zweiter Kritikpunkt bezieht sich auf das Kloster. Dieses dient nicht nur der Story, sondern nimmt auch einen großen spielerischen Part ein. Ähnlich wie in der Persona-Reihe verbringt man gut 50% der Spielzeit damit, im Kloster mit den Schülern zu sprechen, Tee zu trinken, gemeinsam Essen zuzubereiten und verlorene Gegenstände zu finden. Ziel ist es, die Motivation der Studenten oben zu halten, um ihnen in Vorlesungen und im Einzelunterricht Waffenkenntnisse und Fähigkeiten zu lehren. Dadurch kann man jeden Charakter an die eigenen Vorstellungen anpassen. Sylvaint nutzt ursprünglich die Lanze, aber man kann ihn auch problemlos Magie lernen lassen oder seine Schwertfähigkeiten erhöhen. Dies bringt viel Tiefe in die Charakterentwicklung. Anfangs macht der Part im Kloster auch viel Spaß. Es gibt viel zu tun und viel zu entdecken. Jedoch kommt irgendwann ein Teil im Spiel, wo es aus gewissen Gründen kaum noch etwas zu tun gibt. Dadurch fühlt sich die Spielzeit nach 30 bis 40 Stunden etwas zu sehr gestreckt an. 

Fazit: 

Ich hatte in den knapp 50 Stunden viel Spaß mit Three Houses und werde irgendwann sicher noch einen zweiten Durchgang starten. Trotzdem ist das Spiel für mich nicht ohne Fehler und aufgrund der angesprochenen Gründe ist es für mich auch kein zeitloser Klassiker, wie ihn vielleicht Andere sehen. Weil die Meinungen so stark auseinander gehen, kann ich euch nur empfehlen, euch selbst ein Bild zu machen. Fans der Reihe und Freunde, der sträflich vernachlässigten Rundenstrategie, machen mit Fire Emblem: Three Houses nichts falsch. Mich würde wirklich interessieren, wie ihr zu den genannten Kritikpunkten und dem Spiel im Allgemeinen steht. 

Für wen ist das Spiel?

Für alle, die Fans der Fire Emblem Serie und von Rundenstrategie sind.

Für wen ist das Spiel nichts?

Für jene, die mit JRPGs und ihren oft ausufernde Erzählweise nichts anfangen können.

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