The Sexy Brutale – Splitscreen-Test #3

Dieses Mal geht es um ein Indy Spiel. Mit “The Sexy Brutale” hat Tequila Works nach “Deadlight” sein nächstes kleines Meisterwerk abgeliefert. Bezaubernde Grafik und ein intelligentes Gameplay machen das Spiel zum Musthave aller Knobel- und Rätselfreunde. Aber nicht unbedingt für Nintendo Switch. Hört rein!

Text von: Mike | Gesprochen von: Mike

Splitscreen-Test ist ein Gaming-Review-Podcast, in dem wir euch Spiel vorstellen und sagen, für wen das Spiel geeignet ist. In wenigen Minuten, versuchen wir euch ein möglichst gutes Bild zu vermitteln. Einmal im Monat diskutieren dann Benni und Mike für euch noch einmal alle Spiele des Monats.

Webseite zum Spiel

Review The Sexy Brutale :

Transcript

Immer dieser Stress. Mir bleibt für nichts Zeit und was jetzt eigentlich meine nächste Aufgabe ist, weiß ich auch nicht so genau. Und warum trage ich eigentlich eine Maske? Was hier wie der Beginn einer Mischung aus Alice im Wunderland und eines Schmuddelfilms klingt, ist in Wahrheit The Sexy Brutale. Und auch wenn sich das noch immer nach Schmuddelfilm anhört, ist es in Wahrheit ein faszinierendes kleines Indyspiel von Tequila Works. Ein Kleines Studio aus Madrid, die zuvor schon das Microsoft exklusive Zombispiel “Deadlight” schuf.

 

Aber zurück zu den Masken und The Sexy Brutale. Im Spiel steuert Ihr aus einer isometrischen Ansicht den Helden “Lafcadio Boone” durch das mysteriöse und namensgebende Casino “The Sexy Brutale”. Ein Anwesen mit wundervoll gestalteten aber recht kleinen Räumen. Die magische Maske die Boone trägt bekommt er von dem mysteriösen “Bloody Girl”, einer jungen Frau ohne Haut ausgehändigt. Diese erlaubt ihm sich aus der immerwährenden Zeitschleife zu befreien, die Ihn und die restlichen Besucher des Casinos gefangen hält. Seine Aufgabe ist es nun, seine Freunde, ebenfalls mit magischen Masken ausgestattet, vor dem mörderischen Personal zu retten. Sich somit die Fähigkeiten ihrer Masken zu eigen zu machen, herauszufinden wie es zu der Zeitschleife kommen konnte, warum das Personal nach ihrem Leben trachtet und was es überhaupt mit diesen merkwürdigen Masken und dem “Bloody Girl” auf sich hat.

 

Das wirklich interessante an dem Gameplay ist, dass man die anderen Besucher nicht einfach warnen kann. Der Fluch der Masken erlaubt es nicht, dass sich Boone ihnen nähert. Somit kann man sich nie im gleichen Raum mit einem anderen Maskenträger aufhalten. Sollte es doch geschehen löst sich der Fluch von der Maske und jagt Boon durch den Raum. Erwischt er ihn, ist er dran. Dies zwingt ihn immer, um dem Geschehen folgen zu können, sich in Schränke zu verstecken und durch Schlüssellöcher zu spinksen. So gilt es sich den Tagesablauf eurer Kameraden einzuprägen, aus belauschten Gesprächen Hinweise heraus zu filtern und so dem mörderischen Personal das Handwerk zu legen. Jedoch habt ihr dafür immer nur einen halben Tag zeit. Danach beginnt die Zeitschleife von vorn. Dies ist aber keine einfache Gängelung des Spiels, als vielmehr euer wichtigstes Werkzeug. Denn die Zeit reicht nie ganz alle Abläufe und Informationen zu sammeln. Und schon recht nicht gleich auf anhieb die Opfer vor dem Tod zu bewahren. Ihr werdet immer mehrere Zeitsprünge machen müssen um Rätsel zu lösen und Fallen zu entschärfen.

 

Was sich recht komplex anhört ist es auch. Denn das Spiel nimmt euch nur sehr selten an die Hand und löst auch erst gegen Ende die sehr abstruse aber immer spannender werdende Geschichte rund um das Casino auf. Und es ist immer ein sehr befriedigendes Gefühl ein Rätsel zu lösen und ein Opfer zu retten. Trotzdem sollte man etwas Frustresestents mitbringen. Denn oft genug verläuft man sich, oder scheitert an der knappen Zeit die einem zur Verfügung steht. Dann muss man von letzten aktivierten Speicherpunkt wieder loslaufen. Backtracking lässt grüßen.  Auch die Spielzeit ist nicht gerade ausufernd. Wer schnell denkt und handelt, wird kaum mehr als drei Stunden für seinen ersten Durchgang benötigen. Folgende natürlich entsprechend kürzer.

 

Die Kritik macht klar, The Sexy Brutale ist nichts für Jedermann. Trotzdem ist es ein wirklich gutes Spiel, was durch sein kreatives Gameplay positiv aus der Masse hervorsticht. Das Knobeln um die Rätsel macht wirklich spaß und die stellenweise recht morbiden Morde sind wirklich sehr cool umgesetzt. Und auch Speedrunner werden sich an dem Spiel erfreuen können. Denn die Abläufe und Positionen der Figuren sind klar zeitlich definiert. Wie lange man für das Spiel benötigt und wie viele Zeitschleifen man durchlebt, hängt zu einem großen Teil von den optimalen Laufwegen ab.

 

Ein Wort noch zur Technik. Ich hatte The Sexy Brutale schon eine ganze Weile auf dem Radar und wollte es mir immer für die Playstation 4 holen, wo es für Konsolen debütierte. Als jedoch die Switch Version erschien, versteifte sich in mir der Wunsch es für Nintendos Konsole zu kaufen. Der Grafikstiel und auch das Gameplay boten sich einfach dafür an, es auch unterwegs spielen zu können. Leider war es nicht die beste Entscheidung, denn zum Testzeitpunkt war die Performance auf der Switch miserabel. Immer wieder geriet das Spiel ins stocken, die Framerate brach ein und fast jeder Raumwechsel wurde mit einigen Denkmomenten der Konsole begleitet. Woran das lag kann ich nur raten, denn obwohl die Grafik hübsch ist, ist sie nicht sehr aufwendig. Meine Vermutung liegt darin, dass das Spiel obwohl gerade nicht sichtbar, trotzdem alle Abläufe innerhalb des Casinos mitberechnet. Das wird wohl zu viel für den kleinen Tegra Prozessors der Switch sein. Aber das sind nur Vermutungen und keine Tatsachen. Während ihr das hier hört könnte auch schon ein Patch die Performance verbessert haben. Aber in diesem Moment, wo ich euch berichte, kann ich nur raten auf eine der anderen Plattformen auszuweichen, wenn ihr die Chance dazu habt. Aber keine Sorge wenn nicht, denn unspielbar wird es nie.

 

Fazit:

Trotz kleinerer technischer Mängel und einer steilen Lernkurve, kann ich The Sexy Brutale jedem wärmstens ans Herz legen. Ich konnte mich zu keinem Zeitpunkt an der Farbenfrohen Grafik und dem kreativen Gameplay sattsehen. Es hat einfach Spaß gemacht in Manier von “Täglich grüßt das Murmeltier” einen Mord nach dem anderen zu vereiteln. Weswegen, auch wenn es makaber klingt, ich mir gerne mehr Morde gewünscht hätte.

 

Für wen ist das Spiel?

Für frustresistente Knobler und Speedrunner. Und für all diejenigen, die nach einer kreativen Abwechslung suchen.

 

Für wen ist das Spiel nichts?

Für diejenigen die mit Indyspielen nichts am Hut haben, oder sich nicht gerne Stressen lassen.

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